Was für Filme funktioniert kann für Serien nicht schlecht sein, so zumindest der Grundgedanke. Deshalb habe ich das Serienjahr 2009 noch einmal Revue passieren lassen und meine persönlichen Favoriten herausgepickt.
Berücksichtigt werden hierfür nur Serien, die 2009 im jeweiligen Ursprungsland gestartet sind.
Being Human (UK, BBC THREE)
“Comedy-drama series about three twenty-something housemates trying to live normal lives, despite struggling with unusual afflictions – one is a werewolf, one is a vampire and the other is a ghost.”
Eine britische Serie, die auf den Vampirhype aufspringt, kann das gut gehen? Ja, und wie! Was die Leute bei BBC daraus gemacht haben, ist eine (mit sechs Folgen leider viel zu kurze) Drama-Comedy, die perfekt zu unterhalten weiß. Klare Empfehlung!
United States of Tara (US, Showtime)
“A woman struggles to find a balance between her dissociative identity disorder and raising a dysfunctional family.”
Showtime did it again! Nach Dexter, Californication und Weeds überzeugt der Sender mit einer neuen charakter-fokussierten Show. Ganz groß ist hier natürlich Toni Collette als Tara, Buck, T und Alice. Sie gibt jedem dieser Persönlichkeiten einen eigenen, leicht überzeichneten Charakter und leistet dabei hervorragende Arbeit. In einer Nebenrolle übrigens zu sehen: Patton Oswalt.
Hung (US, HBO)
“A former high school sports legend turned middle-aged high school basketball coach finds a way to benefit from his biggest asset.”
Thomas Jane mimt eben jenen erfolglosen und von Geldsorgen geplagten Sportlehrer Ray, der nach einem dieser unsäglichen “Believe in yourself and do what you can best to get rich in X days!”-Seminare feststellt, womit er am besten Geld verdienen kann: mit seinem Genital. Ray wird also zum Callboy mittleren Alters mit eingeschränktem Kundenkreis, einem weiblichen und untalentierten Pimp und wenig Erfolg. Prädikat: typisch HBO.
Lie to Me (US, FOX)
“Lie to Me is the compelling drama series inspired by the scientific discoveries of a real-life psychologist who can read clues embedded in the human face, body and voice to expose the truth and lies in criminal investigations.”
2009 war ganz klar das Jahr der “Nicht-Polizist hilft bei Ermittlungen”-Shows: Castle, The Forgotten, White Collar, The Mentalist (startet allerdings schon 2008) und letztendlich Lie to Me. Tim Roth überzeugt als Dr. Cal Lightman, mit einem anderen an seiner Stelle wäre die Serie wohl nur halb so gut. Die familiären und kollegialen “Spannungen” rahmen die abwechslungsreichen Fälle und Settings schön ein, die kleinen Humoreinlagen tragen ihr Übriges dazu bei. Dazu noch eine realistische, wissenschaftliche Grundthematik, was will man mehr?
Life (UK, BBC One)
“The series takes a global view of the specialised strategies and extreme behaviour that living things have evolved in order to survive; what Charles Darwin termed ‘the struggle for existence’.”
Ich wage mich etwas, was eigentlich völlig undenkbar ist, aber mir dennoch richtig erscheint: ich nehme eine Serie in meine Top5 auf, die ich bisher noch nicht gesehen habe. Aber allein die Tatsache, dass es von der BBC produziert wurde und David Attenborough als Erzähler auftritt, verspricht eine mindestens genauso großartige Serie wie Planet Earth (2006).
Nachtrag hierzu: Soeben zwei Folgen geguckt und ich bin höchst begeistert! Die Aufnahmen sind superb und versetzen einen ständig ins Staunen, Attenboroughs Erzählungen sind wie gewohnt ruhig, sachlich und informativ.
Als Einstieg gab es nicht Folge 1 und 2 sondern die, auf die ich mich am meisten freute: “Insects” und “Reptiles and Amphibians”. Ich freue mich auf mehr und bin gleichzeitig traurig, dass nur noch acht Folgen ausstehen.
Knapp vorbei: Castle, Glee, Bored to Death, Modern Family, Nurse Jackie, Men of a Certain Age, Der kleine Mann.